10 verrückte Eindrücke aus Südkorea

von Claudia am 19. Oktober 2016, keine Kommentare

Ich wollte schon länger unbedingt mal nach Südkorea und so haben wir unseren geplanten Japan-Urlaub mit einer Woche Südkorea verbunden. Wir haben ein paar Tage in Seoul verbracht und sind dann mit dem Zug nach Busan in den Süden gefahren. Von dort aus haben wir übrigens die Fähre nach Japan genommen, was ich sehr empfehlen kann! Mir hat Südkorea sehr gefallen! Die Zeit war natürlich viel zu kurz: Seoul und Busan sind Riesen-Städte in denen es allein schon viel zu sehen und zu entdecken gibt. Südkorea ist ja sehr bergig und hat so viel zu bieten – dies gilt es dann beim nächsten Mal zu erkunden.

In diesem Beitrag möchte ich nicht im Detail von unserer Reise berichten, sondern einfach mal 10 verrückte Eindrücke aus Südkorea teilen. Dinge, dich mich erstaunt, überrascht oder auch belustigt haben und die ich „von Zuhause so nicht kenne“. Ich möchte anmerken, dass es sich natürlich nur um persönliche Eindrücke handelt, die ich während unseres kurzen Urlaubs dort aufgesogen habe.


1. Südkorea ist eine Selfie-Nation
selfie
Wenn man in Deutschland auf offener Straße ein Selfie von sich macht und sich dabei anstrengt möglichst hübsch in die Kamera zu schauen, so ist das ja oft etwas peinlich und die Leute gucken. In Südkorea guckt keiner und anscheinend ist es das Normalste der Welt sich ab und zu mal selber abzulichten. Gefühlt machen die Leute regelmäßig Selfies von sich: Auf der Straße, in der U-Bahn, in Geschäften – überall!

2. Die Schere ist ein wichtiges Instrument beim Essen
schere
Am ersten Abend in Korea wurde uns zum Grillen eine Schere – Marke Küchenschere – hingelegt. Wir wussten nicht richtig etwas damit anzufangen, schauten uns jedoch gekonnt um nach dem Motto „Mal schauen was die Anderen damit machen“. Eigentlich ganz einfach: Die Schere wird dazu benutzt um das Essen kleinzuschneiden: Gegrilltes, Gemüse – alles. Ist ja auch viel einfacher als mit Messer und Gabel! Für alle weiteren Restaurantbesuche wussten wir also Bescheid wozu die Schere neben den Stäbchen genutzt wird.

3. Es wird überall gegrillt
grill
Koreanisches Essen habe ich vor unserer Reise immer mit Grillen verbunden und es stimmt: An jeder Ecke wird gegrillt! Wir haben in Seoul im Studentenviertel Hongdae gewohnt mit vielen Kneipen und Lokalen und ich glaube es würde vielen Studenten hier in Deutschland auch gefallen, wenn man in den Lokalen überall einen kleinen Tischgrill hätte. In vielen Restaurants wird gegrillt aber auch auf der Straße gibt es viele Grillbuden als Street Food. Also: Wer grillen mag, sollte nach Südkorea fahren!

4. Es gibt überall WLAN
wlan
In Europa sind wir mit WLAN im öffentlichen Raum leider noch nicht so weit. Gibt es mal einen Hotspot, dann kostet dieser meistens Geld und man muss sich langwierig anmelden. In Südkorea hat man fast überall die Chance auf kostenloses WLAN ohne Anmeldung – sei es in Geschäften, Restaurants, Cafés oder in öffentlichen Gebäuden oder einfach nur das „Stadt-WLAN“. Ich finde das super und würde mir eine solche Vernetzung für Deutschland auch wünschen. Für Touristen in Südkorea ist das natürlich auch toll und praktisch – vor Allem für die tolle Foto-Funktion der Google-Translate-App, die wir relativ oft genutzt haben.

5. Noraebang oder „Bang-Kultur“
bang
Die jungen Leute in Südkorea lieben Karaoke. Es gibt Gebäude die aus vielen kleinen Räumen bestehen, die man stundenweise mieten kann. Dort findet man dann ein volles Karaoke-Equipment: Einen Bildschirm, eine Auswahl an Songs, Mikrofone, teilweise auch tolle Beleuchtung und häufig ein Telefon zur Getränke-Bestellung. In den Räumen kann man dann alleine oder mit Freunden zusammen Karaoke singen. Häufig sind einige der Räume zur Straße auch völlig verglast, so dass man als neugieriger Tourist das Geschehen auch von der Straße aus beobachten kann – was sehr lustig ist. Wir wollten ein Erlebnis in einem Noraebang natürlich auch ausprobieren und so haben Philipp und ich uns für eine Stunde einen kleinen Raum gemietet. Dieser Noraebang bot zum Glück auch „english songs“ an. Ich hatte einen Wahnsinns-Spaß. Meine Performance zu „I would do anything for love“ von Meat Loaf ist jedoch nicht verkäuflich. Neben den Karaoke-Läden gibt es auch PC-Bangs: Räume in denen man Spiele zocken kann oder auch Räume, die man einfach so mieten kann, um mit Freunden „vorzuglühen“.

6. 24 h Shopping
shopping
In Südkorea kann man rund um die Uhr shoppen wenn man will. In Seoul haben die großen Shops und Einkaufszentren meistens bis mitten in die Nacht geöffnet und die Einkaufsstraßen füllen sich auch vor Allem in den Abendstunden. Gefühlt ist Shopping das beliebteste Hobby der Südkoreaner. Gut gekleidet sind sie in jedem Fall.

7. Schön auszusehen ist ein großes Thema
beauty
Der Druck schön auszusehen ist in vielen Ländern dieser Erde sehr hoch – Südkorea spielt in meinem Empfinden jedoch ganz vorne mit. Die Südkoreaner sind stets gut gekleidet und ich habe kaum ungeschminkte Frauen gesehen. Im Gegenteil: Die meisten Frauen sind überaus professionell geschminkt. Soweit ich weiß ist Südkorea auch das Land mit den meisten Schönheitsoperationen weltweit. Besonders beliebt ist dabei die Vergrößerung der Augen durch die Operation der Augenlider. Ich habe während unseres Urlaubs auch erfahren, dass man in Drogerien „eyelid tape“ bekommt: Mithilfe eines kleinen Klebestreifens werden die Lider „hochgeklebt“ – eine Möglichkeit, um schmerzfrei an puppenartige Augen zu kommen.

8. Für die lokalen Klamotten-Marken bin ich zu dick
free-size
Mit meiner Kleidergröße 36/38 gelte ich in Deutschland eher als schlank. Leider konnte ich in den coolen Klamottenläden der zahlreichen Szene-Ecken in Seoul jedoch nichts kaufen, da ich für südkoreanische Klamotten-Marken einfach „zu dick bin“. Das ist ganz schön frustrierend, zumal es wirklich schöne Dinge gab, die ich gerne gehabt hätte. Weit verbreitet ist auch die „free size“, eine Einheitsgröße, die oft die einzig angebotene Größe ist. Ganz getreu dem Motto „One size fits all“.

9. Die Obsession mit westlicher Dessertkultur
crepe
Wir standen 20 Minuten in der Warteschlange für ein Tiramisu-Eis, ich habe mehr Churro-Stände gesehen als in Spanien und die Auswahl an Waffel- und Crêpe-Läden ist überwältigend. Wer einen süßen Zahn hat, der kommt in den Großstädten Südkoreas ganz bestimmt auf seine Kosten. Süß heißt dann aber auch wirklich süß. Passend zu den Naschereien findet man in Seoul an jeder Ecke guten Kaffee.

10. Themen-Cafés
cat-cafe
Möchte man Kaffee trinken und dabei eine Katze oder einen Hund kraulen, so ist man in einem Cat bzw. Dog Café richtig. Cafés voller Katzen und Hunde – völlig verrückt wie ich finde und die Tiere tuen einem einfach nur Leid. Wir haben stattdessen lieber mal ein Boardgame-Café besucht und Brettspiele gespielt. Wir konnten aus über 100 verschiedenen Brettspielen auswählen und uns bei einem Bier die Spielregeln auf Koreanisch erklären lassen. Es war ein sehr lustiger Abend.

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